Ein Jahr ist nun vergangen seit der letzte Last Man Standing ausgetragen wurde, ein Rennen das nach dem Motto: "Ein Mann, ein Gang und eine endlose Zahl an zu fressenden Kilometern" ins Leben gerufen wurde. Die Erstauflage war mit der Anzahl von 10 Verrückten die sich der Asphalthölle und der Folter ihrer Genitalien eher schwach besetzt. Dennoch waren alle zufrieden und haben sich geschworen, es muss eine Wiederkehr dieser auf 12 Stunden begrenzten Tortur geben.
Wir schreiben das Jahr 2009, die ersten Vorbereitungen des selbsternannten Diktators Armin der I. von Fixie-Land haben begonnen. Die ersten Zettelhochburgen von immer wieder kehrenden To-Do Listen wachsen ins endlose, paralell dazu werden die ersten Helfer rekrutiert. Mit ständigen Online-Kontakt zu anderen baut sich aus einem chaotischen Haufen eine fast übersichtliche Organisation auf. Eines war jedem klar, der Mensch strebt nach mehr, bei zehn Starten soll es also auf jeden Fall nicht bleiben. Die ersten Anmeldungen fliegen langsam aber doch in das Mail Postfach von Fixedgear.at, 2 Wochen vergehen und siehe da es sind schon fast 25 Starter. Da muss noch mehr gehen, das Bikefestival steht in rund zehn Tagen an, ein Grund mehr die Werbetrommel für Fixedgear.at und den LMS zu aufspielen zu lassen.
Das benötigte Equipment ist aufgrund der größeren Starterliste nun auf einige hundert Kilo angewachsen. Die Tage verstreichen und es vergeht keiner ohne einer Anmeldung. Wahnsinn!? Gibt es doch soviel hartgesottene unter der Sonne die zu dicke Eier in der Hose haben oder liegt es einfach nur das es statt der klassischen 12Stunden jetzt auch 6h Solo und 12h Double gibt? Wird das Wetter mitspielen? Fragen über Fragen, egal Fakt ist das die Aktion schon fast ins Grenzenlose ausartet. Irre, die Starterliste steigt weiter und weiter und ist schon über der 50er Marke. Aufgrund des Bikefestivals und der penetranten Werbung ist es kein Wunder dass, sich immer mehr Leute für diese Aktion finden. Es wird eifrig gebastelt, diskutiert, eingekauft und umgetauscht. Der anfangs dosierbare Stress paralell zur Arbeit und Freizeit nimmt immer mehr zu. Das Equipment ist nun auf mehrere hundert Kilo angewachsen, ein ehemaliger Grillhänger der als Rennleitung und Transportwagerl dient ist nun mit von der Partie. Manchmal mache ich mir echt Gedanken und glaube Armin will dem Donauinselfest Konkurrenz machen. Allein Aussagen sieben Zelte und zehn Heurigen Garnituren sind zu wenig lassen meine Augen verdrehen. Kopfgreifen und Bremsen nützt nichts bei diesem Herren, setzt er sich was in den Kopf muss er schon anrennen, dass er vielleicht doch noch über seine Handlungen nachdenkt...
Die letzten Tage vor dem großen Tag verfliegen wie die Seiten im gleichnamigen LMS Thread, in dem sich mittlerweile vor lauter Anspannung, Neugier und Eifer die Mitglieder der Fixedgear.at Familie schon selbst die Posts inklusive Dummheiten an den Kopf werfen. Eine schrecklich nette Bagasch die letztendlich sich am liebsten vor lauter Liebe auffressen könnte. Also nichts mit der klassischen Ruhe vor dem Sturm. Manche pudeln sich auf, ich schüttel den Kopf und schlürf meinen x-ten Espresso und denke mir meinen eigenen Teil: Bei Bier, Grillfleisch & Radln müssen ja die aufblasenen Hustinettenbären ja wieder zu einander finden?! Wuascht, nur noch 24h bis zum Start. Kinder die Zeit vergeht, das ganze Equipment wartet nur darauf eingeladen zu werden. Der Hänger ist da aber kein fahrtüchtiges Zugfahrzeug, alle sind am verzweifeln, eingeladen wird trotzdem. Mit mehreren Telefonaten und Bettelein hat sich dann auch ein Zugfahrzeug das wohlgemerkt fahrtüchtig und der StVo entspricht gefunden. Sätze und Meldungen wiederholen sich vermehrt in Kombination mit "Wie die Zigeuner...auf der Flucht". In einer Nacht und Nebelaktion wurde sämtliches Klump was man für so ein Rennen braucht eingeladen, es wurde geschwitzt, geschlichtet, geraucht, geflucht. Jedoch es gibt nichts schöneres um 23.30 als nach einem 12h Arbeitstag und 6h einladen sich ein kühles Zuckergesöff namens RedBull und eine gepflegte Zigarette reinzupfeiffen. Auf geht?s in die Hapfen nur noch 6h bis zum "Eingmachten".
Doch kommen wir zur Arena der Leiden: Das Cyclodrom, eigentlich nichts anderes als ein Haufen Beton mitten auf der Donauinsel, ein verformter Kreisverkehr plaziert von ein paar Verrückten im Namen des Staates. Samstag, 0700 MET, ich und Markus legen Knipsgeräte, Taschen und unsere holden Stahlgefährte auf den Platz, nichts ist zu sehen nur Beton, Wiese, 2 hässliche Türme und 2 müde Gestalten, keine 10Minuten vergehen kommt auch der Konvoi von Kraftfahrzeugen mit Hänger mit Mathias, Max, Benni, Niki an. Die ersten Helfer zugleich auch Starter sind eingetroffen unter anderen rollt Zacki & Morty in Begleitung der von Eric Burton mit Werkzeug und Werkstatt für zwei stramme Kompanien ein.
Starke Hände sind gefragt, Zeltaufbau, aufstellen der Bequemlichkeiten und verlegen der Kabeln, doch für Bier und Zigarette ist noch immer Zeit. Der Start hat sich nun aufgrund der knappen Zeit um mehr als eine Stunde verschoben, stört aber keinen wenigstens sind jetzt alle kaputten Hirne vor Ort , die bereit sind ihre Ärsche zu martern. An der Startlinie versammelt zwischen einer verschlafenen Truppe, der kleine selbsternannte Forumsdiktator Armin mit einer noch größeren Stimme. Der Start wird mit einem gemütlichen Satz: "Joa ia kennts jetzt foan" eher frei auf "Laissez-affair" gestartet. Die Räder rollen, die Füße strampeln, die Gedanken bunt gemischt: "Will ich mir das antun, wozu überhaupt, leck noch mehr als 150 Runden vielleicht sogar mehr". Der Wind zieht ungemütlich dahin sodass dieses Rennen auf wienerisch gesagt: "ka Pemmal" wird. Die ersten Runden werden zügig abgeschlossen, jedoch wird eines von Anfang an ersichtlich, das Rennen machen auf jeden Fall die Grazer Veloblitze, ein Packl Jenseits von Gut und Böse schießt alle heiligen Zeiten mit einem Mördertempo an mir vorbei, die Aussage des Kopfes dieser Truppe noch verblüffender: "Burschn, 42er Schnitt, zaht?s aun".
Wir schreiben Kilometer *$%$*, mein Computer gab wahrscheinlich schon vor einiger Zeit auf sodass sich nachrechnen garnicht mehr lohnt. Veteran Ran der mit mir gemütlich seinen 30er Schnitt mit mir hielt versuchte mich mit Zählen der Runden zu beschäftigen. Jedoch versanken die Zahlen einfach auf den Weiten des nie endenden Cyclodroms. Zacki der mittlerweile sich selbst teilte und mit einer Hälfte an seiner Werstatt hängt und mit der anderen am Griller weht den verlockenden Duft von verschmorrten Fleisch auf die Strecke, sodass sich das weiterfahren für mich garnicht mehr lohnt. Eingekehrt am Holzbankerl mit Hopfen, Malz, Fett, Senf & Brot (das wesentliche einer gesunden Ernährung) wird geplaudert und gescherzt über die durchbissenen Fahrer die weiter sturr ihre Runden ziehen und jedes Mal mit Stielaugen und lechzender Zunge nach meiner Eitrigen und meinem Bier betteln. Jedoch sieht man den einen oder anderen Geniestreich, Sebastian unser bunter Vogel bewaffnet mit einem Oberrohrlangen Sandwich auf dem selbigen dreht eifrig und motivert seine Runden abwechselnd im Packl mit Flo.
Mittlerweile finden sich auch einige Zuschauer, Bike und Nichtbikeboarder an den zwei auffälligen Betontürmen vor der Arena der Leiden ein, egal ob es am Perserteppich mit Sonnestühlen oder unter dem Zelt auf den Heurigen Garnituren ist, überall liegen Eingangfahrräder gefixt oder nicht gefixt. Deren Besitzer plaudern, trinken Bier, lauschen der Musik und fröhnen der Atmosphäre. Unterdessen höre ich immer wieder Schlachtrufe und Anspornversuche der Helfer die ausnahmslos leer zurückfliegender Getränkeflaschen ausgesetzt sind. Die Sonne steigt auf und fällt, klingt blöd ist aber so. Alte Gesichter gehen, neue kommen, die Müllsäcke würden mittlerweile einen Endlosboden benötigen bei den Mengen die hier anfallen. Die motivierten Gesichtsausdrücke der gerade gestarteten 6h Starter mischen sich mit den mittlerweile mit denen der schon angeschlagenen Gesichtern der 12h Starter. Mit dem langen Tag werden auch die Pausen der Fahrer länger und gemütlicher, an einem freien Platz im Getümmel tanzende Fixie-Trickser, Backcircles, freihändig oder Keospins sind immer wieder zu sehen und versetzen den einen oder anderen schlichtweg einfach in Neid und verblüffendes Staunen. Besonders Begeisterte versuchten dies auch gleich selber.
Die Dämmerung bricht auf Wien und sein Cyclodrom ein, in der Donau spiegeln sich Straßenlaternen ein Küstenfeeling baut sich auf. Die Atmosphäre nach wie vor getränkt von Bier, Grillfleisch, Bananen, motivierten Ansagen und einem Haufen Verrückter die verdammt noch mal der Meinung sind, mit einem Gang geht alles besser! Die letzten Runden werden gedreht, überall hört man Sätze und Ausrufe wo garantiert "NUR NOCH" enthalten sind, die Gesichter immer verbissener und verkrampfter. Zwischen Scheinwerferlicht und dunklen Ecken ein ständiges Geblitze wie am Red-Carpet von den Fotografen und ihren externen Blitzen. Paralell zu den Schmerzen und Leiden auf der Strecke wird schon wieder fleissig abgebaut, da der Zeitplan kurz und recht straff gelegt ist. Bei der Verlosung der Preise und der Siegerehrung bleibt gerade noch genug Kraft zu jubeln und sich seinen hartverdienten Pokal zu krallen. Nicht nur Starter und Besucher freuen sich auf die Dusche. Der mittlerweile verkohlte Zacki und Grillkumpanen sind im Schatten ausserhalb jedes Schweinwerferlichts kaum mehr zu erkennen. Jeder gräbt seine letzten Reserven aus und tritt die Heimreise nach einem langen und harten Tag ein. Jedoch denke ich werden Erinnerungen trotz Schmerz, Leid?s und harter Distanzen positiv sein. Eines ist auf jeden Fall klar, nächstes Jahr muss es diesen Event wieder geben, denn die nur wirklich harten Männer und auch Frauen, die sich diese Tortur antun haben es verdient das jährlich der Rum, die Ehre und ihre "zaachn Kakaosprudler" öffentlich geehrt werden.
Wir kommen wieder! Stay Tuned!
Danke an alle Sponsoren (Szihn Brot, Red Bull, Citybiker, Fixie Inc.) & Helfer und Engel der Stunde.
Nikolei für Fixedgear.at
300 Würstel jeglicher Art, 20kg Brot, 200 Semmeln, 40kg Bananen, 120Liter Apfelsaft
3 Kfz, 1 Grillhänger, mehr als genug Helfer, 500m Kabel, Musik, Foto und Leuchtequipment für eine ganze Kompanie.
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Wertungsliste aller Klassen nach KM |
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Wertungsliste_12h_Single_Damen.pdf Wertungsliste der 12h Single Herren Klasse nach KM |
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Wertungsliste_12h_Single_Herren.pdf Wertungsliste der 12h Damen Herren Klasse nach KM |
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Wertungsliste_12h_Double_Herren.pdf Wertungsliste der 12h Double Herren Klasse nach KM |
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Wertungsliste_6h_Single_Herren.pdf Wertungsliste der 6h Single Herren Klasse nach KM |
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